Bolivien Reisen - besuchen Sie das Land der Anden.

Die Reiseinformationen für Bolivien 

Ein noch mindestend drei Monate gültiger Reisepass ist ausreichend, aber notwendig. Das erforderliche Visum wird 
an der Grenze ausgestellt. Es kann vorkommen, das der Pass mit einem Stempel für lediglich 30 Tage versehen wir, dieses sollte sofort reklamiert werden, bis zu 90 Tage sind zulässig. Der deutsche Kinderausweis wird anerkannt, auch der Eintrag des Kindes bis zum 16. Lebensjahr in den elterlichen Pass.
Bei der Ein- bzw Ausreise kann es vorkommen, dass ein gültiger Gelbfieberimpfschutz vorgewiesen werden muß, daher sollte der internationale Impfpass griffbereit  sein.

Die Geographie von Bolivien

Das fast 1,1 Mio qkm große Bolivien ist ein südamerikanischer Staat in Zentral- bzw. West-Südamerika. Das Binnenland grenzt im Norden und Osten an Brasilien, im Süden an Paraguay und Argentinien und im Westen an Chile und Peru.

Zwei weit auseinanderliegende große Ketten der Anden durchziehen das Land, dazwischen liegt das zentrale Hochland, welches bis weit in das Nachbarland Peru reicht und wo die meisten Bolivianer leben.
Den flächenmäßig größten Teil Boliviens machen die Llanos aus, diese erstrecken sich vom ostbolivianischen Bergland bis zu den Grenzen anch Paraguay und Brasilien. Allerdings ist dieser Teil nur sehr wenig besiedelt, da es sich hier um tropisch-heißes Tiefland handelt und mit trockenen Savannen und tropischen Regenwaldgebieten nicht viel Lebensgrundlage bietet.

Das Wetter in Bolivien 

Bolivien führt ein gemäßigtes Klima mit starken Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht. Der meiste Niederschlag fällt zwischen November und März.
Im Nordosten der Anden ist eher subtropisch und die Gegend um La Paz ist recht unangenehm, da die Luft hier sehr dünn ist. in den Bergen wird es nachts äußerst kalt.

Eine Einführung in die Geschichte des Landes Bolivien

Im 7. Jahrhundert n. Chr. begann -nach der ländlichen und nach der städtischen Epoche- die imperiale Epoche und mit ihr verbreitete sich immer mehr die Tiahuanaco-Kultur, welche sich bisweilen über die Gebiete des damaligen Chiles, Argentiniens und bis zum heutigen Peru ausbreiteten. Ein ebenso weit verzweigtes und verbreitetes Handelssystem versorgte das Imperium, indem Lamakarawanen die notwendigen Waren verteilten.
Nach dem Zusammenbruch des Tiahuanaco-Reiches um 1200 n.Chr. entstand das Inkareich, welches sich im Laufe des 15. Jahrhunderts
weiter ausbreitete und weitere Regionen eroberte, wie z.B. die Region des heutigen Boliviens. Von der Entstehung des Inkareiches bis zur Ankunft der Spanier verging verhältnismäßig wenig zeit und das Reich hatte sich dennoch zu einer riesigen Größe entwickelt und verschiedene Urvölker unter der Inka-Herrschaft vereint.
Die Wirtschaft war zu dieser Zeit ein ausgeklügeltes System, welches hervorragend funktionierte. Gemeinschaftliche Landbearbeitung, gleichmäßige Verteilung der Ernteerträge und Laufboten, welche über hundert Kilometer Entfernung Nachrichten überbrachten, ließen das Land als ein effektives System erscheinen.
Als die Spanier 1531 in Peru landeten war das Land zwischen zwei Inka-Brüdern geteilt und als der eine von Francisco Pizarro getötet wurde, bedeutete das das Ende des Inkareiches und den Beginn der spanischen Eroberung dieser Region.

Ende des 18. Jahrhunderts gab es immer iweder Rebellionen der Indigenas gegen die Spanier, doch diese Rebellionen wurden abgewehrt und die Anführer getötet.
Die Kreolen (in Amerika geborene Nachfahren der Spanier) und die Mestizen (Mischlinge von Spaniern und Indianern) hatten keinen Zugang zu hohen Positionen in der Verwaltung und lehnten sich 1809 immens gegen die spanische Ordnuung auf, da sie die Diskriminierungen leid waren. Auch diese Rebellion wurde abgewehrt und der Anführer getötet, doch die Bewegung verblieb unter kriegerischer Obut und mit der Ankunft von Simon Bolivar war es dann möglich, Hochperu zu befreien. Bolivar wurde im Kampf gegen die Spanier unterstützt von Antonio José de Sucre und 1824 wurden die Spanier endgültig besiegt. Bolivar hatte vorher bereits Venezuela, Ecuador und Kolumbien befreit.
1825 erklärten die vertreter der hochperuanischen Provinzen die Unabhängigkeit ihres Gebietes und ein neuer Staat wurde geschaffen, welche zu Bolivars Ehren nach ihm benannt wurde und später Bolivien heißen sollte. Simon Bolivar wurde selbstverständlich der erste Präsident Boliviens, doch seine Regierungszeit hielt nur acht Monate. Die Zeit nutzte er, um eine erste Verfassung der Republik aufzusetzen.und zu verkünden.
1826 folgte Sucre ihm in das Amt des Präsidenten, der einige Departements bildete, 2 Jahre später zurücktrat und das Land verließ. General de Urdininea wurde der Nachfolger von Sucre und somit lag das Land endgültig in den Händen der Bolivianer.
Von 1829 bis 1839 regierte Andrés de Santa Cruz und unter ihm entstand eine bedeutende Nation mit durchdachter Organisation, modernen Gesetzen und einer stabilen Wirtschaft mit militärischer Stärke.
Kriege führten zu bedeutenden Verlusten von Territorien und ungünstigen verträgen. Der größte Verlust war der Verlust des ca. 120.000 qkm großen Territoriums an der Pazifikküste.
Bolivien verfügte zu Beginn der Regierung über fast doppelt soviel Landfläche wie heute.
1952 wurden die Streitkräfte durch Bauern, Studenten und Bergarbeiter niedergeschlagen und die Nationalistische Revolutionäre Bewegung übernahm die Regierung mit Victor Paz Estenssoro als President. Infolge dieser Politik wurde das allgemeine Wahlrecht eingeführt, Minen wurden verstaatlicht, Agrarreform wurde eingeleitet und die Bildungsreform wurde durchgeführt.
Ein 1964 von Barrientos angeführter Staatsstreich führte zu einer Zeit der De-Facto-regierungen und politischer Instabilität. Dieses Problem hielt bis 1882 an. 1966 und 1967 organisierte der argentinisch-kubanische Guerillakämpfer "Che" Guevera eine Guerilla in Bolivien, doch diese endete in einem Fiasko, da die Unterstützung durch die übrige Bevölkerung nicht gegeben war. Che Guevera wurde gefangen genommen und hingerichtet.
Zwischen 1978 und 1982 war die Republik Bolivien sehr instabil. Neun Präsidenten in viereinhalb Jahren waren kein Zeugnis politischer Stabilität.
1982 entschieden die Streitkräfte das der Sieger der Wahlen von 1980, Hernán Siles Suazo, erneut das Amt der Regierung zu übernehmen und somit begann die längste und stabilste Epoche des Landes.
1985 führte dann Paz Estensorro die freie Marktwirtschaft und nötige Reformen ein, welche das Land modernisierten und veränderten. Seitdem haben alle Regierungen diese Politik beibehalten und versucht zu perfektionieren.
Von 1993-1997 reagierte Gonzalo Sánchez de Lozada in seiner ersten Amtzeit und verkündete das Gesetz zur Volksbeteiligung, wodurch Staatsgelder in Abhängigkeit der Einwohnerzahl direkt an die Gemeinden übergingen und die Gemeinden somit ihr eigenes Budget verwalteten und öffentliche Investitionen selbst planten.
Rentensysteme, Finanzsysteme und regulierende Behörden wurden unter Sánchez de Lozada verabschiedet.
2002 wurde Sánchez de Lozada zum zweiten mal in das Amt des Präsidenten gewählt. Wirtschaftliche und soziale Schwierigkeiten standen seiner Politk gegenüber. 2003 folgten mehrere Straßenblockaden und Proteste der Bevölkerung, die mehr Beteiligung bei öffentlichen Belangen forderte. Vor allem wurde gegen den möglichen Verkauf von Erdölreserven an die USA und Mexico.
Im Oktober 2003 trat Sánchez de Lozada zurück um einen Volksaufstand zu vermeiden.
Carlos Mesa Gisbert wurde zu seinem Nachfolger ernannt.

Die Wirtschaft in Bolivien 

Das Bruttoinlandsprodukt Boliviens ist unterdurchschnittlich anzusehen. Der größte Teil der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft beschäftigt, wobei nur im östlichen tropischen Tiefland
verhältnismäßig "moderne" Landwirtschaft betrieben wird.
Wenig entwickelt ist die Industrie. Die Lebensmittel- und Textilindustrie und die Metallverarbeitung verlieren immer mehr an Bedeutung.
Ein Hauptwirtschaftszweig des Lands bleibt der "Coca"-Anbau im Nordosten Boliviens. Dieses ist die Haupteinnahmequelle für die meisten Bauern, wird allerdings sehr scharf beobachtet, ist der Coca-Handel doch meist illegal. Die USA versucht den Coca-Anbau zu unterbinden,dient Coca doch der Produktion von Kokain. Doch Coca wird auch als harmloses Genussmittel verwendet, z.B. als Tee oder zum kauen. Doch die USA unterstützt die bolivische Regierung dabei, statt Coca-Anbaugebeite den alternativen Anbau von Gewürzen, Tee und Obst zu fördern und somit den Kokainhandel im Keim zu ersticken.

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