Jemen Reisen - fern ab von touristischen Hochburgen, welche man im Jemen nicht finden wird, können Sie auf Entdeckungsreise durch das Land mit der imposanten Handelsgeschichte gehen. Erleben Sie imposante Erinnerungen des Landes an eine Zeit des Wohlstands durch Weihrauchhandel und besichtigen Sie eines der Weltwunder -den Damm von Marib- und die Ruinen aus einer längst vergangenen Zeit.

Reiseinformationen für  den Jemen
Reisende, die in den Jemen einreisen möchten benötigen ein Visum, welches von der jemenitischen Botschaft im Heimatland des Reisenden ausgestellt wird.
Stammen Reisende aus Ländern ohne jemenitische Vertretung, so erhalten diese am Einreiseort ein Transitvisum, welches für ca. 3 Monate gültig ist, dieses kann jederzeit erneuert werden.
Jeder Einreisende erhält eine Aufenthaltsgenehmigung von einem Monat und bei Ausreise ist am Flughafen eine Ausreisegebühr zu zahen.
Touristen benötigen 2 Passbilder und einen Reisepass, welcher zur zeit des Antrages noch 6 Monate Gültigkeit besitzt. Die Einreise in den Jemen muß innerhalb von 3 Monaten nach der Antragstellung erfolgen.

Die Geographie des Landes Jemen

Auf der Arabischen Halbinsel liegend ist Jemen flächenmäßig mit 528.000 qkm das zweitgrößte Land der Halbinsel. Im Süden und Südosten grenzt Jemen an den Indischen Ozean und im Westen an das Rote Meer. Im Norden grenzt das Land an Saudi-Arabien, und im Nordosten an Oman.
Charakteristisch für einen Teil
des Landes -auch Bergjemen genannt- sind die harten Bergmassive mit tiefen Taleinschnitten und vielen kleinen Dörfern auf den Bergrücken. Der Monsun hinterlässt hier seine Spuren, so sind doch die Niederschläge hier deutlich höher als in anderen Teilen des Landes.
Weiter gibt es in dem Land zentrale Wüstengebiete, in welchen einige Beduinenstämme beheimatet sind, andererseits sind diese Wüstengebiete jedoch kaum besiedelt, da es in einzelnen Teilen nie Regen gibt und die klimatischen Bedingungen nicht zum Leben einladen. Ausnahme: Das östlcihe 250 km lange Wadi Hadramaut. Hier ist Ackerbau möglich und hier befindet sich das berühmte Shibam mit Lehmhäusern, welche teilweise bis zu neun Stockwerke hoch sind.

Das Wetter im Jemen

In dem Land Jemen ist das Klima je nach Höhenlage unterschiedlich.

Jahreszeiten spielen keine Rolle, es wird lediglich nach Sommer und Winter unterschieden. An der Küste ist es im Sommer heiß mit hoher Luftfeuchtigkeit. Ab und zu kühlen Regenfälle vom indischen Ozean kommend die Temperaturen etwas ab. Der Winter ist an der Küste mild.
Im Bergland ist es im Sommer bedingt warm und kühl im Winter.

Die Geschichte des Landes Jemen

Schon im alten Testament und im Koran findet das Land Erwähnung. Bekannt sind hier die Erzählungen der Königin von Saba und ihrem Besuch bei König Salomon im 10. Jahrhundert v. Chr.
Allerdings lassen Funde darauf zurückschließen das das Land schon zur Bronze- und Steinzeit besiedelt war.
Durch die strategische Lage an den wichtigsten
Handelsrouten erfuhr das Land Jemen eine Zeit im Wohlstand. Da waren damals zum Beispiel die bekannte Weihrauchstraße, welche vom heutigen Oman durch den Jemen führte und Ma`rib die bedeutendste jemenitische Stadt des damaligen Sabäer Reiches, welche strategisch prädestiniert war, den Weihrauchhandel zu kontrollieren. Weihrauch war damals im Altertum eines der wertvollsten Güter, doch beruhte der Reichtum nicht allein auf dem Weihrauchhandel. Das geschickte Bewässerungssystem der Sabäer ermöglichte einen wertbringenden Ackerbau. Am Damm vom Marib, eines der Weltwunder, können auch heute noch Ruinen besichtig werden. Die Römer prägten das damalige "Arabia Felix" -das glücklich Arabien- und brachten so den Reichtum des Landes zur Geltung.
Die Einführung des Islam im Jemen im 7. Jahrhundert n.Chr. ist wohl eine bedeutende Zeit in der Geschichte des Landes.

Vom 12. - 15. Jahrhundert n. Chr. stand Jemen unter der ägyptischen Fahne, anschließend herrschten die Osmanen ab dem 16. Jahrhundert in dem Land und in dieser Zeit beherrschten sie nicht nur den Seehandel sondern auch den Kaffeehandel. In diesem Wirtschaftssektor besaß Jemen das Monopol.
1839 wurde die Hafenstadt Aden von den Engländern zum Schutz ihrer Schifffahrtswege besetzt und so entwickelte sich Aden immer mehr zum Flottenstützpunkt und einer überaus wichtigen Handelsstation auf der Indienroute. Die Eröffnung des Suezkanals 1869 brachte Aden noch mehr Bedeutung und so kamen auch die Osmanen Mitte des 19. Jahrhunderts zurück und besetzten das Gebiet zwischen Ta`izz und Sana`a. Folglich war Jemen dann ein Land mit drei Teilen: England im Süden, Türken im Westen und Zaiditen im Osten. 1905 wurde die Grenze zwischen Nord und Südjemen durch die Türken und die Engländer festgelegt.
Mit dem ersten Weltkrieg endete auch die türkische Herrschaft in dem Land und der Norden ging wieder in die Hände der Zaiditen. In den 30-er und 40-er Jahren kam es über Widerstände schließlich 1962 zum Militärputsch aufgrund der totalitären Regierungsform, welche die innere Entwicklung des Landes nicht unterstützte. Die Herrschft der Zaiditen wurde beendet und die Arabische Republik entstand.
Imamtreue Royaliten und Republikaner bekriegten sich über acht Jahre und der Bürgerkrieg kostete Jemen die wirtschaftliche Stellung. Schließlich gelang es dennoch eine Verfassung zu erarbeiten und in Gang zu setzen.
Nachdem die politische Instabilität dennoch immer wieder zu Attentaten auf die Präsidenten führte stabilisierte sich das Land erst 1978 als die Demokratisierung des Landes unter Ali Abdullah Saleh seinen Gang fand und 1988 mit den ersten Parlamentswahlen ein Ziel erreichte.
Seit der Revolution formte sich im Norden eine Widerstandbewegung, welche nach dem Abzug der Briten, die den Süden des Landes immer noch bis 1968 in der Hand hatten, den Südjemen mit ihrer eigenen Regierung übernahmen. Der Sturz der Regierung durch die Linken führte zur Gründung der Demokratischen Volkrepublik Jemen und auch zur vollständigen Trennung in Nord- und Südjemen.

1990 kam es nach dem Fall des Ostblocks zu einer Wiedervereinigung. Das erste Mal in der geschichte, dass der Jemen eine Einheit im territoiellen und politischen Sinn darstellen sollte.
1994 führten die katastrophalen innenpolitischen Probleme und die wirtschaftliche Lage erneut zu einem Bürgerkriegund der ehemalige Generalsekretär floh mitsamt seinen Anhängern aus dem Land.
Langsam aber sicher ist eine Demokratisierung des Landes entstanden.

Die Wirtschaft im Land Jemen

Die vielen vermuteten Bodenschätze des Landes sind bisher noch nicht wirklich erforscht. Kalk und
Salz wird abgebaut und zwei Erdölvorkommen sind erschlossen. Es gibt eine Erdölraffinerie in Aden, eine Textilfabrik in Sana'a und das sind die einzigen Großbetriebe des Landes. Weniger als 10% des Landes stehen der Landwirtschaft zur Verfügung und dennoch sind mehr als 50% der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft tätig. Hirse, Tabak, Kaffee, Baumwolle, Obst und Gemüse werden angebaut. Äußerst wichtig ist hier der Kaffee als Exportmittel.
Der Tourismus könnte eine größere Rolle spielen, doch die Infrastruktur des Landes fehlt noch.


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