Das föderale Gesetz gegen »Propaganda nicht-traditioneller sexueller Beziehungen« ist in Russland am 30. Juni 2013 trotz großer weltweiter Proteste in Kraft getreten. 

Das Auswärtige Amt weist in seinen landesspezifischen Sicherheitshinweise für Reisen nach Russland auf die Gefahren für Homosexuelle hin. Es kommt sogar zu Übergriffen von nichtstaatlicher Seite auf gleichgeschlechtliche Paare.

Durch das Gesetz drohen (auch Ausländern!) bei Weitergabe von Informationen in Bezug auf Homosexualität, öffentlicher Demonstration und Unterstützung von Homosexualität Geldstrafen in Höhe von bis zu 100.000 Rubel (rund 2.300 Euro), bis zu 15 Tage Haft und die Ausweisung aus der Russischen Föderation.

Damit ist Russland fast das schwulenfeindlichste Land der Welt, wie der »Spartacus Gay Travel Index 2013«  zeigt. Nur die Vereinigten Arabischen Emirate und der Iran schneiden noch schlechter ab.

Das Auswärtige Amt berichtet weiter auf seiner Internetseite: »Es wird auf jüngste Vorfälle von Gewalt von nicht-staatlicher Seite hingewiesen, in denen es zu Übergriffen auf Homosexuelle und gleichgeschlechtliche Paare gekommen ist. Weitere gewalttätige Übergriffe, insbesondere bei öffentlichem Zeigen gegenseitiger Zuneigung, sind nicht auszuschließen.«

Besonders in diesen Landesteilen müssen Homosexuelle aufpassen: In den russischen Regionen St. Petersburg, Leningrader Gebiet, Kostroma, Archangelsk, Rjasan Magadan, Nowosibirsk, Krasnodar, Samara, Baschkortostan und Kaliningrad bestehen bereits Gesetze, wonach die öffentliche Zurschaustellung und Befürwortung von Homosexualität, sogenannte »Propaganda für Homosexualität«, mit Geldstrafen geahndet werden kann.

Reiseveranstalter reagieren gespalten

Ein Reiseveranstalter (US-Veranstalter Isram World) hat alle Reisen nach Russland abgesagt. Einige Bars in London und den USA schenken aus Solidarität mit den Homosexuellen keinen russischen Wodka mehr aus. Deutsche Verbände reagieren zumeist empört, überlassen die Einschätzung der Lage aber dem Kunden.

Thomas Bömkes, Geschäftsführer von Tom on Tour, einem Reiseportal für Schwule, meint in der Welt: »Man sollte gerade jetzt nach Russland fahren, um die dort lebenden Schwulen und Lesben mit seiner Anwesenheit zu unterstützen. Helfen wollen auch deutsche Künstler, die mit zahlreichen Darstellungen, Stücken und Werken gegen die Diskriminierung der Schwulen und Lesben im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen.

Auch in Deutschland ist es noch nicht lange her

In einer Umfrage von 1968 kam es auch bei uns noch zu folgendem Ergebnis:

Legalisierung von Homosexualität
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Spiegel TV berichtet von ersten Übergriffen

 

 

Der Vollstädingkeit halber: hier erleben Sie einen Befürworter der russischen Anti-Homosexuellen-Gesetze


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